Kommunalwahl 8. März 2026

Die Wahl in Zahlen – und was sie für uns bedeutet

Ein Oberbürgermeister, ein Sitz mehr im Stadtrat, vier Sitze im Kreistag gehalten. Wir haben das amtliche Endergebnis ausgewertet – ehrlich, auch dort, wo es weh tut.

17,0 %der gültigen Stimmen für die Liste FW-FBW (39.106 von 229.969) – zweitstärkste Kraft im Stadtrat
4 → 5Stadtratssitze – der erste Zuwachs seit 2008, so viele Sitze wie zuletzt 1966
55,3 %für Dr. Enis Tiz in der OB-Stichwahl am 22. März 2026
51,3 %Wahlbeteiligung: 8.824 von 17.190 Stimmberechtigten haben gewählt
Sitzverteilung

Der neue Stadtrat im Vergleich zu 2020

30 Sitze, acht Gruppierungen. Die CSU bleibt stärkste Kraft, wir rücken auf Platz zwei vor. Quelle: amtliche Bekanntmachung des Wahlausschusses vom 25.03.2026.

WahlvorschlagStimmen 2026AnteilSitze 2026Sitze 2020Veränderung
CSU59.14325,7 %88±0
Freie Wähler – FBW Kitzingen (FW-FBW)39.10617,0 %54+1
Bündnis 90/Die Grünen27.86412,1 %44±0
AfD26.06011,3 %41+3
Pro Kitzingen (ProKT)24.85210,8 %32+1
SPD23.30810,1 %34−1
Unabhängige soziale Wählergruppe (UsW)15.9206,9 %22±0
ÖDP10.2134,4 %12−1
Die Linke3.5031,5 %0––
KIK und Bayernpartei (2020: 2 + 1 Sitze) sind 2026 nicht mehr angetreten

Jede Wählerin und jeder Wähler hatte 30 Stimmen; Anteile beziehen sich auf die 229.969 gültigen Stimmen.

Einordnung

Was das Ergebnis aus unserer Sicht bedeutet

Wir sind die zweite Kraft in der Stadt

Mit 17,0 Prozent liegt die FW-FBW klar vor Grünen, AfD, Pro Kitzingen und SPD. Von den 30 Sitzen im Stadtrat sind fünf unsere – so viele wie zuletzt in der Wahlperiode 1960–1966. Dazu kommt mit Dr. Enis Tiz erstmals in 78 Jahren ein Oberbürgermeister aus unseren Reihen und seit der konstituierenden Sitzung mit Tobias Volk auch der Bürgermeister.

Keine Mehrheit ohne Miteinander

Acht Gruppierungen, keine mit auch nur annähernd 15 Sitzen: CSU und FW-FBW kommen zusammen auf 13. Wer in Kitzingen etwas bewegen will, braucht Partner über Fraktionsgrenzen hinweg. Genau das ist unser Ansatz – sachlich, ohne Parteitaktik, mit dem Blick auf das, was für die Stadt funktioniert.

Der Rat ist politischer geworden

Die AfD hat von einem auf vier Sitze zugelegt, SPD und ÖDP haben je einen Sitz verloren, KIK und Bayernpartei sind nicht mehr angetreten. Für uns heißt das: Die Mitte muss liefern. Wer unzufrieden ist, braucht sichtbare Ergebnisse – beim Stadtbus, in den Stadtteilen, bei der Innenstadt.

Der OB-Wahlkampf hat die Liste getragen

Dr. Enis Tiz erhielt auf der Stadtratsliste 4.763 Stimmen – das drittbeste Einzelergebnis aller 30 Listen, hinter Stefan Güntner (CSU, 5.380) und Walter Vierrether (Pro Kitzingen, 4.953). Weil er in der Stichwahl zum Oberbürgermeister gewählt wurde, geht sein Stadtratssitz an den nächsten auf der Liste. Der Rückenwind aus dem OB-Wahlkampf hat der ganzen Liste geholfen.

Unsere Kandidatinnen und Kandidaten

Wer wie viele Stimmen bekommen hat

30 Kandidatinnen und Kandidaten, 39.106 Stimmen. Die ersten fünf sitzen im Stadtrat, die übrigen sind in dieser Reihenfolge Listennachfolger – sie rücken nach, wenn ein Sitz frei wird.

Gewählt

  • 3.711Tobias Volk, Bestattermeister, Stadtrat seit 2020 – fünftbestes Ergebnis stadtweit, jetzt Bürgermeister
  • 2.940Dr. Uwe Pfeiffle, Vorstand Krankenhaus Kitzingen, Stadtrat – Fraktionsvorsitzender
  • 1.512Carmen Jensen, Friseurin – neu im Stadtrat
  • 1.475Dietrich Hermann, Winzer, Repperndorf, Stadtrat
  • 1.467Christian Müller, Key-Account-Manager – neu im Stadtrat

Listennachfolger

  • 4.763Dr. Enis Tiz – als gewählter Oberbürgermeister nicht Stadtratsmitglied
  • 1.219Moritz Hartmann, Schüler, Repperndorf – erster Nachrücker
  • 1.216Thorsten Dennerlein, Fachkraft für Lagerlogistik, Hohenfeld
  • 1.189Mark Kraus, Projekt- und Immobilienentwickler, Repperndorf
  • 1.178Daniel Sattes, Krankenpfleger, Hohenfeld
  • 1.165Oliver Höhn, Gastronom, Hohenfeld
  • 1.141Marion Neubert, Bürokauffrau
  • 1.120Otto Volk, Bestatter
  • 1.120Ralph Hofmann, Elektromeister, Repperndorf
  • 1.105Dr. Bertram Poch, Chirurg
  • 1.076Florian Hildebrand, Elektromeister, Repperndorf
  • 1.072Anna-Lena Scheller, Bestatterin
  • 1.020Anthony Theodorou, Geschäftsführer
  • 1.004Sebastian Warschecha, Niederlassungsleiter
  • 993Tamara Braun, Projektkoordinatorin
  • 940Oliver Furchner, Kfz-Meister, Hoheim
  • 922Fahri Kılıç, Fachlehrer
  • 804Domenic Bachmann, Student
  • 795Martin Schwab, Technischer Verkaufsberater
  • 768Stefan Schweser, Transportmanager
  • 755Lutz Heyne, leitender Anästhesiepfleger
  • 752Susanne Haag, Bürokauffrau, Repperndorf
  • 651Gernot Zielonka, Medienmanager
  • 631Volker Spiegel, Beamter
  • 602Karin Kohles, Arztsekretärin i. R., Hoheim

Was uns an diesen Zahlen auffällt

Breite statt Spitze. 19 unserer 30 Kandidatinnen und Kandidaten haben mehr als 1.000 Stimmen erhalten. Das ist kein Ergebnis von zwei oder drei Zugpferden, sondern einer Liste, die in der ganzen Stadt Vertrauen hat – vom Bestattermeister bis zum Schüler.

Die Ortsteile tragen. Repperndorf (Hermann, Hartmann, Kraus, Hofmann, Hildebrand, Haag) und Hohenfeld (Dennerlein, Sattes, Höhn) stellen zusammen neun Kandidaten mit starken Ergebnissen. Unsere Stadtteilabende – Pizza & Politik, Fisch & Politik, die Ortsbegehung in Repperndorf – haben sich ausgezahlt.

Die Jugend zieht. Moritz Hartmann, Jahrgang 2007 und damit jüngster Kandidat der Liste, ist mit 1.219 Stimmen erster Listennachfolger. Das Jugendforum im Roxy war kein Wahlkampfgag.

Eine Frau von fünf. Mit Carmen Jensen sitzt eine Frau in unserer Fraktion. Sechs Frauen standen auf unserer Liste. Das ist zu wenig, und wir haben es in unserer Stellungnahme vom Mai 2026 auch so benannt: Bis 2032 wollen wir gezielt Frauen für Verantwortung gewinnen.

Knapp ist knapp. Zwischen Platz 7 und Platz 14 der Liste liegen keine 100 Stimmen. Das zeigt, wie eng es wird, wenn ein Sitz nachbesetzt werden muss – und wie wichtig jede einzelne Stimme war.

Oberbürgermeisterwahl

Zwei Wahlgänge, ein klares Ergebnis

Am 8. März stand Dr. Enis Tiz gegen den amtierenden Oberbürgermeister und weitere Bewerber zur Wahl; keiner erreichte im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. In der Stichwahl am 22. März 2026 setzte er sich mit 55,3 Prozent gegen Stefan Güntner (CSU) durch. Ein Ergebnis, das auch die Unterstützung der SPD in der Stichwahl möglich gemacht hat – ein Signal für Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg, das wir im Stadtrat fortsetzen wollen.

Seit dem 1. Mai 2026 ist Dr. Tiz im Amt. Was er im Wahlkampf versprochen hat, steht auf unserer Themenseite – daran wollen wir uns messen lassen.

Kreistag

Vier Sitze gehalten

Bei der Kreistagswahl am selben Tag hat die Liste FW-FBW ihre vier Sitze verteidigt. Gewählt wurden Dr. Enis Tiz (7.878 Stimmen), Tobias Volk (7.438), Siegfried Müller (7.346) und Hermann Queck (5.306). Damit sind wir auch im Landkreis dort vertreten, wo über Klinik, Schulen und Nahverkehr entschieden wird. Mehr zum Kreistag

Quellen: Bekanntmachung des abschließenden Ergebnisses der Stadtratswahl (Wahlausschuss Stadt Kitzingen, 25.03.2026) · Wahlergebnisse Landkreis Kitzingen (AKDB) · Amtliches Ergebnis Stadtrat (PDF) · Amtliches Ergebnis Kreistag

Ausblick

Was wir aus dieser Wahl mitnehmen

Ein gutes Ergebnis ist kein Freifahrtschein. „Kitzingen und Umland besser verbinden – für alle Generationen“ war unser Versprechen im Wahlkampf. Vier Dinge nehmen wir uns für die Wahlperiode bis 2032 vor.

Liefern, was versprochen wurde

Stadtbus, Barrierefreiheit am Bahnhof, Leerstandsmanagement, schnellere Verfahren im Rathaus. Die Menschen haben uns nicht wegen schöner Plakate gewählt, sondern wegen konkreter Vorhaben. An denen messen wir uns.

Die Ortsteile nicht vergessen

Repperndorf, Hohenfeld, Hoheim, Sickershausen, Etwashausen, Siedlung: Von dort kam ein großer Teil unserer Stimmen. Die Stadtteilabende bleiben – auch ohne Wahlkampf.

Mehr Frauen, mehr Junge

Unsere Liste 2032 soll anders aussehen als die von 2026. Wir sprechen Frauen gezielt an, begleiten sie und geben jungen Leuten wie Moritz Hartmann Verantwortung – nicht erst im Wahlkampf.

Miteinander statt Mehrheitsdenken

Mit 13 von 30 Sitzen haben CSU und FW-FBW keine Mehrheit – niemand hat sie. Wir suchen Mehrheiten in der Sache, Fall für Fall, mit allen, die Kitzingen voranbringen wollen.

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